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Reisetipps für Madrid

Reisetipps für Madrid: Die besten Märkten der Stadt

Die Geschichte von Miquel mit den samtenen Augen an der Fleischtheke.
Es ist Sonntag, MADRID erwacht und ist seltsam still, aber wie schon erwähnt, es ist Sonntag und das allmorgendliche Hupkonzert aus den Calles verschont mich gnädigerweise heute.
Nach einem Zumo de Naranja (Orangensaft) und einem Café con Leche, studiere ich meine Karte und überlege welches der zahlreichen Museen ich heute besuchen könnte. Doch irgendwie ist mir an diesem schönen Spätsommertag nicht nach Goya, Picasso und Velasquez zu Mute. Ich möchte raus und den Puls der spanischen Millionenmetropole spüren und wo kann man das besser als auf einem heimischen Markt?

 

 

Reisetipps Madrid

 

Die besten Märkte in Madrid: El Rastro

Mein Weg führt mich ins La Latina Viertel, wo sonntags der Freiluftmarkt EL RASTRO mit allerhand Kuriositäten stattfindet. Von Strickmützen über Espadrilles, von bunten Lampenschirmen bis zu alten Platten und Komikraritäten. Es ist schön, dass die Königsstadt noch eine andere Seite hat, fernab des Vorzeigegesichts von Museen, Parks und Palästen. Ich habe sie gefunden, die etwas lockerere Ader Madrids und begierig auf mehr wage ich mich weiter vor in die verwinkelten Gässchen. Mein Sammlerherz schlägt höher, denn hier reiht sich ein Antiquitätenhändler an den nächsten. Ab und zu liegt ein Hund vor der Tür und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen, was mich jedoch nicht am Eintreten hindert. Retro wohin das Auge reicht, und selbst der Laie erkennt einige schöne Bauhausstücke darunter. Das nächste Geschäft ist spezialisiert auf Holzantiquitäten, ein weiteres auf alte Bücher. Mehr als ein paar alte Postkarten konnte ich mir jedoch leider nicht leisten, Retro ist teuer und das auch hier in Madrid, merke ich.

Der beste Markt in Madrid: Mercado San Miguel

Mein Hunger treibt mich wieder stadteinwärts und ich beschließe im gläsernen Neubau des MERCADO SAN MIGUEL (Adresse: Plaza San Miguel, S/N, 28013 Madrid), eine Kleinigkeit essen zu gehen. Die Idee hatten wohl auch andere, denn zwischen schickgekleideten Spaniern, die mit einem Gläschen Champagner am Tresen stehen, gibt es hier auch meine Touristenkollegen aus Fernost, die eifrig, die von der Decke baumelnden Jamón knipsen. Ich entscheide mich für ein Bocadillo mit Jamón und trinke dazu einen kräftigen Ribera del Duero. Auch im Mercado San Miguel sind die Preise nicht gerade für den kleinen Geldbeute gemacht, aber sehen und gesehen werden, gibt es dafür quasi gratis. Kaum zu glauben, dass dieser Markt einst ein Freiluft Markt für alle Klassen inmitten der Stadt war. Heute treffen sich hier die Schickeria und Touristen…

Madrid auf der Reise authentisch und fernab von seiner touristischen Seite kennenlernen: Chamartin Viertel

Auf meiner Suche nach einem etwas ursprünglicheren MADRID, erinnere ich mich, dass meine spanischen Bekannten auf einem Markt etwas außerhalb Madrids einkaufen gingen. Leider ist der aber sonntags nicht geöffnet.

Wir fuhren immer ins CHAMARTIN VIERTEL und wer mit viel Geschick den Wagen in einen Parklücke in der Tiefgarage bugsieren konnte wurde endlich belohnt. Hier gibt es das Madrid des kleinen Mannes. Herrlich unscheinbar ist diese mehrgeschossige Markthalle (Adresse: C/ Bolivia, 9,28016 Madrid), einzig die bunten Waren sind Dekoration genug.

Ein schöner Fokus aufs Wesentliche, wie ich damals schon fand. Die ausliegenden Fisch und Meeresfrüchte glänzen dort silbrig unter den Neonröhren und vor den Auslagen tummeln sich wildgestikulierend die Madrilenen. ENDLICH!
Ein Metzger in der Ecke war mein absoluter Favorit, denn über seinem Verkaufstresen prangte das Schild eines prächtigen Bullen, der mich aus samtenen Augen anschaute. Miguel heißt, oder vielmehr hieß der Gute und lag damals unter der Fleischtheke. Nun, definitiv nichts für schwache Nerven, wer will schon gerne wissen wie sein Steak hieß und doch fand ich, dass sich hier der Respekt vor dem Tier zeigte, welches uns als Nahrung dient. Danke Miguel!

Märkte in Madrid: Mercado San Anton 

Zeit um zurück in die Pension zu kehren, bevor es raus geht zur spanischen Tapas-Stunde. Da heute mein Markttag ist, beschließe ich auch die Tapas in einer Markthalle einzunehmen. Ich hatte vor kurzem von einem neugebauten Markt in einem meiner Lieblingsviertel Chueca gehört: MERCADO SAN ANTÒN (Adresse: C/ Augusto Figueroa, 24. 28004 Madrid) und entscheide mich einmal vorbeizuschauen. Versteckt in einer Nebenstraße, liegt die Markthalle in einem eher unspektakulären Gebäude.


Doch einmal gefunden, geht es die Rolltreppe hinauf und rein in das äußerst moderne Labyrinth an Verkaufsnischen. Der Stil: futuristisch-minimalistisch und mich erinnert der Markt eher an eine Shopping Mall. Spanische Spezialitäten sind zwar vertreten, aber versteckt zwischen Asiaten und Sushi Bars. Ein Restaurant mit Dachterrasse lädt zum Aperitif, Cocktail oder Abendessen ein und man genießt die Aussicht auf das quirlige Viertel. Für ein Gläschen Wein in der oberen Etage ist es immerhin ganz nett und man kann das Treiben auf den restlichen Stockwerken beobachten. Irgendwie beschleicht mich dennoch das Gefühl, das man hier mehr Szenetreff als Markthalle im Sinn hatte, wenn man das weiß, ist dieser Markt aber auf alle Fälle einen Besuch wert.


Eines wurde mir an diesem Tag bewusst, es Madrid ist nur ein Beispiel der „Modernisation der ehemaligen Märkte“. Egal ob die Boqueria in Barcelona, oder die neu-eröffnete Schrannenhalle am Münchener Viktualienmarkt, die neuen Markthallen haben wenig mit den traditionellen Freiluft Märkten zu tun, auf denen um Preise gefeilscht und die Waren lauthals angepriesen werden und doch erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit und bieten eine nette Abwechslung im Urlaubsprogramm. Falls Sie aber einen authentischen Markt besuchen möchten, sollten Sie ihn meist außerhalb der Innenstadt suchen.

© Genussreisen / Autor: Ines Söder

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