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Reise nach Sizilien: Urlaub im Land der Zitronen

Wo die Zitronenbäume blühen: Reise nach Sizilien

Weiße Blüten, gelbe Früchte – Millionen von Zitronenbäumen stehen auf der Insel Sizilien und prägen die Landschaft. Hier haben die Bäume ein ideales Klima: heiße Tage, kalte Nächte und mit dem vulkanischen Urgestein einen nährstoffreichen Boden. Das läßt die Früchte schnell reifen. Bis zu viermal im Jahr wird geerntet. Rund 90 Prozent der italienischen Produktion kommt aus Sizilien. Dabei sah es für die Zitronenbauern in der Mitte des 20. Jahrhunderts schon mal schlecht aus.

Klassiker der italienischen Küche: Ein Likör rettet die Zitronenbauern

Sizilianische Zitronen galten als Klassiker und waren im 19. Jahrhundert groß in Mode. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts konnten sich die Zitronenbauern nicht über zu wenig Absatz beklagen. Doch in den 1950er kam die schleichende Wende: Andere Länder wie Argentinien importierten nun die beliebten Zitrusfrüchte. Dort war es noch heißer, die Zitronen hatten ähnliche Qualität und sie waren günstiger. Mitte der 50er Jahre Jahre sah es düster für die Zitronenbauern aus. Doch dann kam der Limoncello in Mode – und rettete die Zitronenbauern. Der Zitronenlikör wird nur in Kampanien und Sizilien aus ätherischen Ölen der Zitronenschale, Wasser, Alkohol und Zucker hergestellt.

Zitronenkunde für Genießer: Es gibt viele verschieden Sorten

Auf Sizilien wachsen die unterschiedlichsten Sorten von Zitronen. Die Sorte Feminello kommt dabei am häufigsten vor: Sie macht fast 80 Prozent der Ernte aus. In den Provinzen Catania, Syracusa, Messina und Palermo wird sie vorzugsweise angebaut. Sie ist besonders saftig und die Schale enthält viele ätherische Öle. Die alten Zitronenbäume blühen fast das ganze Jahr über und produzieren von Herbst bis Frühjahr Früchte.

Eine kleinere Sorte ist die Monachello-Zitrone. Übersetzt heißt sie kleiner Mönch und der Baum vertägt Dürre besser als andere Sorten. Geerntet wir sie von Oktober bis März. Eine Sommerzitrone dagegen ist die Verdello. Sie wird von Mai bis September geerntet. Ihre Schale ist hell- bis dunkelgrün. Diese Sorte braucht ein eher mildes Klima und viel Licht. Die Bäume sind empfindlicherals die der anderen Sorten: Niedrige Temperaturen und Wind verträgt sie nicht.

Neuer Liebling in der Küche: Zitronatszitrone

In Italien wird sie einfach Cedro genannt, bei uns ist sie auch als Cedrat, Zedrate oder Zedernfrucht bekannt. Sie unterscheidet sich erheblich von den anderen Zitronen: Die Früchte können bis zu 25 cm lang und 4 kg schwer werden. Ihr normales Gewicht liegt bei 300 bis 1000 Gramm. Ihr typisches Merkmal ist die dicke weiße Schicht zwischen Schale und Fruchtfleisch. Traditionell wird sie zur Herstellung von Zitronat verwendet. Das Zitronat aus der gelblichen, grünen oder goldgelben Schale besitzt ein Aroma, das wenig mit dem bekannten, abgepackten Zitronat aus dem Supermarktregal gemeinsam hat. Auch zu Konfitüre oder Likör wird die Cedro verarbeitet. Das Fruchtfleisch hingegen ist bitter und wird kaum verwendet. In Sizilien ist der Insalate Cedri sehr beliebt: Die ganze Frucht wird in feine Scheiben geschnitten, in Salz, Zucker, Pfeffer und Olivenöl eingelegt und typischerweise mit Rucola und gegrillten Gambas als frische Vorspeise serviert.

Genussreise in die Sonne: Zitronen in der Küche Siziliens

Die sizilianische Küche verwendet Zitronen in vielen Gerichten. Zitronenlimo erfrischt bei heißen Temperaturen, man würzt Salate damit, nimmt sie zum Marinieren von Fisch und Meeresfrüchten. Canneloni oder Ravioli werden mit Zitronencreme gefüllt. Für Deserts, Kuchen und Sorbets wird die Schale verwendet - und natürlich ist sie im Limocello und in einer Cassata unverzichtbar.

Heute sind Zitronen aus Sizilien kein Exportschlager mehr. Früchte aus anderen Staaten, die ein niederigeres Lohnniveau haben, bedienen die Nachfrage in den Supermärkten. Sizilianische Zitronen sind bei Feinschmeckern beliebt und bleiben ein Klassiker: Unvergleichlich im Geruch und Geschmack. Wer sich selbst ein Bild von den sizilianischen Zitronenbäumen machen möchte: Hier gibt es authentische und biologisch geführte Hotels auf der Insel - Geschmackserlebnisse inklusive!

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