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Das Auge isst mit in der Bar La Cepa

Eigentlich ist das LA CEPA (Rebstock) nur eines von vielen Restaurants im historischen Stadtkern von SAN SEBASTIÁN...

Pinchos La Cepa

...Aber nur eigentlich, denn bei genauerer Betrachtung steckt hinter dem typisch rustikalen Ambiente des Restaurants mit weißgetünchten Mauern und schweren Holzbalken nämlich die Raffinesse im Detail.

Pinchos mit Tradition - kulinarisches Ausflugsziel La Cepa

1947 eröffnet das LA CEPA (Adresse: C/ 31 de Agosto, 7; 20003 Donostia-San Sebastián) seine Türen und ist seitdem nichtmehr aus der PINCHO-SZENE in SAN SEBASTIÁN wegzudenken. Der Fokus liegt wie bei so vielen Restaurants in der baskischen Hauptstadt auf regionaler, bodenständiger Küche. Es gibt sowohl eine große Theke mit vielen, kleinen Pinchos, als auch die Möglichkeit hier zu Mittag- und zu Abend zu essen. Alle Portionen gibt es auch als halbe Portion, was gerade wenn man viel probieren möchte, oder nur wenig Hunger hat, ein riesen Vorteil ist.

Pinchos Genussreisen

Köstliche baskische Spezialitäten in San Sebástian

Tritt man ein strömt einem sofort der aromatische Geruch von Schinken in die Nase und in der Tat baumeln hier einige von diesen gereiften Schweinebeinen von der Decke.
Wie bereits gesagt könnte man die Einrichtung als baskisch–rustikal bezeichnen, wären da nicht die Tische des Restaurants. Diese sind nämlich jeder für sich ein Unikat und verbergen unter der Glasplatte allerhand Kuriositäten. Da gibt es einen Tisch gefüllt mit Samen und Kernen, einen Tisch gefüllt mit Blüten und sogar einen Tisch gefüllt mit verschiedenen Bonbons. Ich habe mich für den Tisch mit Nüssen entschieden und konnte somit gleich meine Nussartenkenntnisse auffrischen. Gesprächsstoff bieten die Tische allemal, sollte die Konversation einmal ins Stocken geraten.
Ich hatte keinen großen Hunger und beschloss lieber einige kleine Gerichte zu probieren. Den Anfang machten GUINDILLAS, das sind kleine, gebratene grüne Chilischoten (keine Angst nicht scharf), die einfach nur mit Olivenöl und grobem Meersalz gereicht werden. Nichts Besonderes, aber im Baskenland gehören sie einfach dazu und sie können sooo lecker sein!
Als nächstes traute ich mich an RAPE Y GAMBAS (Stockfisch mit Garnelen). Der Teller überzeugte optisch und sowohl der Fisch als auch die Garnelen waren auf den Punkt gebraten und noch leicht glasig in der Mitte. Dazu gab es Kartoffelschieben, selbstgemachte Mayonnaise und junges Olivenöl und die (auch in Spanien übliche) CREMA DI BALSAMICO. So konnte es weitergehen!

Pinchos Gourmetreise

Jamón de Jambugo aus der Sierra Aracena

Und das tat es auch! Als letztes wollte ich mich an die Spezialität des Hauses wagen. Bekannte hatten mir geflüstert, dass besonders der Schinken im La Cepa zu empfehlen sei und so orderte ich eine halbe Portion davon.
Auf einem Holzbrett serviert, präsentierte sich der JAMÓN DE JABUGO marmoriert und glänzend. An dieser Stelle möchte ich noch kurz eine Lanze für den spanischen Verzehr des Schinkens brechen. Hier ist es nämlich üblich den Schinken zimmerwarm zu verzehren und man soll es nicht glauben, aber was bei manchem Wein und Käse hilft, schadet auch dem Schinken nicht, im Gegenteil! Auch bei meiner Portion schien die Temperatur wahre Wunder gewirkt zu haben, denn er zerging förmlich auf der Zunge.
Im Geschmack ist der JAMÓN DE JABUGO etwas milder als andere spanische Schinken, wobei er dennoch den typischen EICHEL-GESCHMACK hat. Inmitten der von Kork- und Steineichen geprägten Kulturlandschaft im Norden Andalusiens entsteht dieser Schinken seit Jahrhunderten in dem 3000 Seelendorf JABUGO. Im Herzen der SIERRA ARACENA liegt Jabugo über 700m über dem Meeresspiegel.
Kalte, aber trockene Winter und ein mildes Frühjahr bieten optimale Bedingungen für die Schinken, die mindestens 18 Monate reifen müssen. Heute wird der handgearbeitete zum stolzen Preis von 200 €/kg gehandelt und ist aufgrund seiner Fettstruktur, die eher dem Wert von hochwertigem Olivenöl entspricht zudem noch gesund. Da bleibt mir nichts anderes übrig als festzustellen: im La Cepa wird nicht nur das Auge verwöhnt, sondern auch der Gaumen.
MUCHAS GRACIAS!

© Genussreisen / Autor: Ines Söder

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